Ein wichtiger Meilenstein war die Aufnahme des Betriebs der Plattform justitia.swiss. Dazu gaben die Leitungsgremien das grüne Licht. Seit dem 1. April 2024 steht eine Grundversion der Plattform somit für den produktiven Betrieb zur Verfügung. Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat bereits Ende April mit ersten Pilotversuchen begonnen, der Kanton Genf startete im November. Die Gerichte und die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft bereiteten ihren Piloten intensiv vor. Die Vorarbeiten zeigen, dass die Bedürfnisse an die Plattform vielfältig und noch einige Herausforderungen zu bewältigen sind.
Im Projekt Justizakte-Applikation wurden die Arbeiten an der "Helvetisierung" (Anpassungen an die Bedürfnisse der Schweizer Justiz) der österreichischen Lösung weitergetrieben. Die Vorbereitungsarbeiten für die ab 2025 beginnenden Pilotierungen laufen auf Hochtouren. Da zahlreiche Justizbehörden vor der Herausforderung stehen, ihre Fachapplikation auszuschreiben, wurde beschlossen, ab Mitte 2025 eine Stand-alone Version der JAA mit einer Schnittstelle zur Plattform justitia.swiss als Übergangslösung anzubieten. So kann der digitale Wandel dieser Behörden ohne Anbindung der JAA an die Fachapplikation erfolgen.
Damit der digitale Wandel in den Justizbehörden gelingt, sollen deren Bedürfnisse und Fragen durch eine einzige Kontaktperson aufgenommen und beantwortet werden. Zu diesem Zweck steht neu jedem Kanton eine Kundenberaterin oder ein Kundenberater aus dem Transformationsteam zur Verfügung. Zudem bietet das Team im Rahmen der Workshop-Reihe "Fit for Change" neu die Module "Mitarbeitende begleiten", "Arbeitsabläufe anpassen" sowie "Mit Widerständen umgehen" an.
Mit der Verabschiedung des Bundesgesetzes über die Plattformen für die elektronische Kommunikation in der Justiz (BEKJ) durch das Parlament im Dezember 2024 steht nun auch die rechtliche Grundlage für den elektronischen Rechtsverkehr und die elektronische Akteneinsicht. Spätestens am Ende der fünfjährigen Übergangsfrist wird das Obligatorium für die elektronische Kommunikation und Aktenführung Realität sein.
Das Projektbudget für die Jahre 2020-2027 beträgt CHF 89 Millionen. Die Ausgaben des Projekts beliefen sich 2024 auf rund CHF 14 Millionen. Finanziert wird das Projekt je zur Hälfte durch die Kantone (KKJPD) und die Gerichte.
Der Jahresbericht steht digital und im PDF-Format zur Verfügung.